Jörg Franzke
Banken

Welche Unterlagen verlangt die Bank?

Eine Bank möchte nicht nur Ihre Vergangenheit sehen, sondern vor allem Ihre Zukunft. Entscheidend ist, dass Sie überzeugend zeigen, wie sich Ihr Unternehmen wirtschaftlich entwickeln wird.

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Rubrik
Banken
Lesezeit
6 Min.
Merksatz
Die Zukunft überzeugt

Wenn ein Unternehmen in der Krise mit seiner Bank über eine Finanzierung spricht, dreht sich schnell alles um Zahlen. Viele Geschäftsführer bringen einen Ordner voller Unterlagen mit und sind überrascht, dass das allein selten überzeugt.

Der Grund ist einfach: Die üblichen Unterlagen beschreiben die Vergangenheit. Die Bank aber trifft eine Entscheidung über die Zukunft. Genau diese Zukunft müssen Sie glaubhaft darstellen.

Das Wichtigste in 60 Sekunden
  • Zu den Standardunterlagen gehören Jahresabschluss, aktuelle BWA, Summen- und Saldenlisten sowie weitere Unternehmenszahlen. Sie zeigen jedoch nur, wo Ihr Unternehmen heute steht.
  • Gerade in der Krise interessiert die Bank vor allem, wie es weitergeht. Rahmenverträge, Auftragsbestätigungen, Kundenvereinbarungen und ein aussagekräftiger Businessplan belegen Ihre künftige Entwicklung.
  • Die Bank stellt sich immer dieselbe Frage: Wie bekommen wir unser Geld zurück? Ihre Liquiditätsplanung sollte deshalb zeigen, wann sich die Liquidität verbessert und woraus die Rückzahlung erfolgt.
  • Der Steuerberater dokumentiert vor allem die Vergangenheit. Die Zukunft kennt niemand besser als Sie selbst, deshalb gehört der Businessplan in Ihre Hand.

Die Standardunterlagen reichen nicht aus

Zu den üblichen Unterlagen gehören der letzte Jahresabschluss, aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), Summen- und Saldenlisten sowie weitere aktuelle Unternehmenszahlen. Diese Dokumente sollten Sie selbstverständlich vorlegen können.

Sie zeigen der Bank jedoch nur, wo Ihr Unternehmen heute steht. Sie beantworten nicht die entscheidende Frage: Warum wird sich die Situation künftig verbessern?

Zeigen Sie der Bank Ihre Zukunft

Gerade in einer Unternehmenskrise interessiert die Bank vor allem, wie es weitergeht. Deshalb empfehle ich, zusätzlich Unterlagen vorzulegen, die Ihre zukünftige Entwicklung nachvollziehbar belegen.

Dazu gehören beispielsweise bestehende Rahmenverträge, größere Auftragsbestätigungen, wichtige Kundenvereinbarungen, eine nachvollziehbare Vertriebs- und Marketingstrategie sowie ein aussagekräftiger Businessplan. Je konkreter Sie Ihre künftigen Umsätze belegen können, desto überzeugender wird Ihr Finanzierungskonzept.

Der Businessplan ist das wichtigste Dokument

Ich empfehle meinen Mandanten fast immer, einen Businessplan für die nächsten 24 Monate zu erstellen. Damit zeigen Sie der Bank, dass Sie die Ursachen der Krise verstanden haben, dass Sie einen konkreten Sanierungsplan besitzen und dass Sie unternehmerisch nach vorne denken.

Ein guter Businessplan vermittelt Vertrauen. Er zeigt, dass Sie Ihr Unternehmen aktiv gestalten und nicht nur auf bessere Zeiten hoffen.

Die Rückzahlung muss nachvollziehbar sein

Jede Bank stellt sich dieselbe Frage: Wie bekommen wir unser Geld zurück? Deshalb sollte Ihre Liquiditätsplanung nicht nur den Finanzierungsbedarf darstellen.

Sie sollte auch zeigen, wann sich die Liquidität verbessert, wie der Kredit zurückgeführt werden kann und aus welchen zukünftigen Erträgen die Rückzahlung erfolgen soll. Gerade dieser Punkt wird von vielen Unternehmern unterschätzt.

Der Steuerberater ersetzt keinen Businessplan

Viele Geschäftsführer verlassen sich vollständig auf ihren Steuerberater. Das reicht häufig nicht aus. Der Steuerberater dokumentiert in erster Linie die wirtschaftliche Vergangenheit des Unternehmens und unterstützt bei steuerlichen Fragestellungen.

Ein Businessplan dagegen beschreibt die Zukunft. Diese Zukunft kennt niemand besser als Sie selbst. Deshalb sollten Sie gemeinsam mit Ihren Beratern eine realistische Strategie entwickeln und diese der Bank überzeugend präsentieren.

Wenn die Krise bereits sichtbar ist

Je weiter die Krise fortgeschritten ist, desto kritischer wird die Bank Ihre Unterlagen prüfen. Gerade dann genügt es nicht mehr, lediglich die aktuellen Zahlen vorzulegen.

Sie müssen überzeugend erklären, wodurch die Krise entstanden ist, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, warum sich die wirtschaftliche Entwicklung künftig verbessert und wann das Unternehmen wieder nachhaltig profitabel arbeitet. Banken finanzieren keine Hoffnung, sie finanzieren nachvollziehbare Konzepte.

Häufige Fehler

Nur den Jahresabschluss mitbringen. Vergangenheitszahlen allein überzeugen keine Bank.

Keinen Businessplan erstellen. Gerade in der Krise möchte die Bank wissen, wie sich das Unternehmen entwickeln wird.

Die Rückzahlung nicht erklären. Jede Finanzierung braucht ein nachvollziehbares Rückführungskonzept.

Häufige Fragen

Reichen Jahresabschluss und BWA für ein Bankgespräch aus?
Nein. Sie bilden lediglich die bisherige Entwicklung ab. Ergänzend sollten Sie der Bank zeigen, wie sich das Unternehmen künftig entwickeln soll.
Ist ein Businessplan wirklich notwendig?
Nach meiner Erfahrung ja. Gerade in der Krise ist er oft das wichtigste Dokument, weil er die wirtschaftliche Zukunft nachvollziehbar beschreibt.
Welche zusätzlichen Unterlagen überzeugen eine Bank?
Hilfreich sind insbesondere Auftragsbestätigungen, Rahmenverträge, Liquiditätsplanungen, Vertriebs- und Marketingkonzepte sowie alle Unterlagen, die zukünftige Umsätze plausibel belegen.
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Über den Autor

Jörg Franzke

Jörg Franzke ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Restrukturierung, Eigenverwaltung, Insolvenzpläne und StaRUG-Verfahren.

Seit über 30 Jahren begleitet er Unternehmer in Krisensituationen und hat mehr als 250 Unternehmenssanierungen begleitet.

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