Unternehmen sanieren. Kontrolle behalten.
Die Insolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht es Unternehmern, ihr Unternehmen selbst durch die Krise zu führen. Anders als in einer Regelinsolvenz bleibt die Geschäftsführung im Amt. Der operative Geschäftsbetrieb läuft weiter, während Verbindlichkeiten restrukturiert und ein Insolvenzplan vorbereitet werden. Für viele mittelständische Unternehmen ist die Eigenverwaltung der effektivste Weg, Arbeitsplätze, Kundenbeziehungen und Unternehmenswerte zu erhalten.
Sanieren statt verwalten.
In einer Regelinsolvenz übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle über das Unternehmen. In der Eigenverwaltung bleibt die Verantwortung dort, wo das notwendige Wissen vorhanden ist: beim Unternehmer und seinem Managementteam.
Das Unternehmen arbeitet weiter, Kunden werden beliefert, Mitarbeiter bleiben beschäftigt und die Sanierung erfolgt unter gerichtlicher Aufsicht.
Gerade für mittelständische Unternehmen ist dies häufig der entscheidende Unterschied zwischen einer erfolgreichen Restrukturierung und einem Verlust unternehmerischer Handlungsfähigkeit.
Die Eigenverwaltung ist kein Schonprogramm. Sie ist ein anspruchsvolles Restrukturierungsinstrument für Unternehmer, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihr Unternehmen aktiv zu sanieren.
Warum Unternehmer die Eigenverwaltung wählen
Kontrolle behalten
Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert den Sanierungsprozess aktiv.
Liquidität sichern
Die Finanzierung der Löhne erfolgt über das Insolvenzgeld. Das entlastet die Liquidität sofort.
Geschäftsbetrieb fortführen
Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter lassen sich besser überzeugen und halten zum Unternehmen.
Insolvenzplan nutzen
Am Ende der Eigenverwaltung werden die Verbindlichkeiten auf ein machbares Minimum reduziert.
Arbeitsplätze erhalten
Restrukturierungen erfolgen kontrolliert und mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens.
Neustart ermöglichen
Nach erfolgreichem Insolvenzplan entsteht ein deutlich stärkeres Unternehmen als vor der Krise.
Der Weg durch die Eigenverwaltung
Analyse und Vorbereitung
Prüfung der Sanierungsfähigkeit, Liquiditätsplanung und Vorbereitung des Unternehmens auf die Eigenverwaltung.
Antragstellung
Das Gericht ordnet die Eigenverwaltung an und bestellt einen Sachwalter, der das Verfahren (nur) beaufsichtigt.
Stabilisierung
Liquidität wird durch Insolvenzgeld neu aufgebaut, unrentable Verträge oder Aufträge fristlos gekündigt.
Insolvenzplan
Schuldenschnitt auf eine machbare Quote von wenigen Prozent. Neuordnung der Gesellschaftsstrukturen, falls gewünscht.
Neustart
Das Gericht bestätigt den Insolvenzplan. Das Unternehmen startet schuldenfrei in die Zukunft.
Für welche Unternehmen eignet sich die Eigenverwaltung?
Die Eigenverwaltung ist besonders dann das richtige Instrument, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind.
- Das Unternehmen hat eine Größe über 15 Mitarbeiter
- Kunden und Aufträge sind weiterhin vorhanden
- Die Krise ist vor allem finanzieller Natur
- Die Geschäftsführung möchte aktiv Verantwortung übernehmen
- Ein geordneter Neustart ist wirtschaftlich sinnvoller als eine Liquidation
Häufige Fragen
Verliere ich die Kontrolle über mein Unternehmen?+
Nein. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und führt das Unternehmen weiter.
Was ist der Unterschied zur Regelinsolvenz?+
Bei der Regelinsolvenz übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle. In der Eigenverwaltung bleibt die Unternehmensführung verantwortlich.
Werden die Mitarbeiter weiter bezahlt?+
Ja. Für bis zu drei Monate übernimmt das Insolvenzgeld die Finanzierung der Löhne und Gehälter.
Wann sollte gehandelt werden?+
Je früher, desto größer sind die Handlungsmöglichkeiten. Erfolgreiche Sanierungen beginnen meist vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit.
Nicht jede Krise endet mit einer Insolvenz.
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