Jörg Franzke
Insolvenzplan

Wann ist ein Insolvenzplan die beste Lösung?

Es gibt viele Wege durch eine Unternehmenskrise. Wenn das Ziel aber lautet, das Unternehmen zu behalten und weiterzuführen, führt in aller Regel kein Weg am Insolvenzplan vorbei – etwas Besseres gibt es dann schlicht nicht.

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Rubrik
Insolvenzplan
Lesezeit
6 Min.
Merksatz
Wer sein Unternehmen behalten will, beendet die Insolvenz mit einem Plan

In einer Krise gibt es selten nur einen richtigen Weg. Verkauf, Zerschlagung, übertragende Sanierung – für jede Situation gibt es passende Werkzeuge. Doch sobald ein Unternehmer klar sagt, dass er sein Unternehmen behalten und selbst weiterführen will, wird die Frage einfach.

Denn genau für dieses Ziel ist der Insolvenzplan gemacht. Er ist der einzige Weg, ein Unternehmen aus der Insolvenz heraus schuldenfrei in denselben Händen fortzuführen. In diesem Beitrag erkläre ich, warum ich in diesen Fällen praktisch immer zum Insolvenzplan rate.

Das Wichtigste in 60 Sekunden
  • Der Insolvenzplan ist die beste Lösung, wenn der Unternehmer sein Unternehmen behalten und fortführen möchte. Für dieses Ziel gibt es keine bessere Alternative.
  • Ich empfehle grundsätzlich, ein Insolvenzverfahren mit einem Insolvenzplan zu beenden – er ist der sauberste und sicherste Abschluss einer Sanierung.
  • Der Insolvenzplan ist eine echte Win-win-Situation: Das Unternehmen wird schuldenfrei und bleibt erhalten, und auch die Gläubiger profitieren.
  • Die Gläubiger werden nicht überfahren, sondern dürfen selbst über den Plan abstimmen. Dieses Mitspracherecht macht den Plan fair und tragfähig.

Die entscheidende Frage: Wollen Sie das Unternehmen behalten?

Ob ein Insolvenzplan die beste Lösung ist, hängt an einer einzigen, klaren Frage: Wollen Sie Ihr Unternehmen behalten und fortführen? Wenn die Antwort Ja lautet, ist der Insolvenzplan ohne echte Alternative – etwas Besseres gibt es für dieses Ziel nicht.

Der Grund ist einfach: Nur der Insolvenzplan erlaubt es, das Unternehmen aus der Insolvenz herauszuführen, es von seinen Altschulden zu befreien und es in den bisherigen Händen weiterlaufen zu lassen. Alle anderen Wege – etwa ein Verkauf oder eine übertragende Sanierung – bedeuten, dass das Unternehmen in fremde Hände übergeht.

Meine Empfehlung: die Insolvenz immer mit einem Plan beenden

Ich empfehle grundsätzlich, ein Insolvenzverfahren mit einem Insolvenzplan zu beenden. Der Plan ist der sauberste und verlässlichste Abschluss einer Sanierung: Am Ende steht ein schuldenfreies, wieder handlungsfähiges Unternehmen mit einer klaren Zukunft.

Anders als eine Lösung, die über die Köpfe der Beteiligten hinweg getroffen wird, schafft der Insolvenzplan verbindliche und dauerhafte Klarheit. Sobald er rechtskräftig ist, sind die Altschulden erledigt und alle Beteiligten wissen, woran sie sind.

Eine echte Win-win-Situation

Der Insolvenzplan ist eine der wenigen Lösungen, bei der am Ende alle Seiten besser dastehen. Das Unternehmen wird von seinen Schulden befreit, bleibt erhalten und sichert Arbeitsplätze. Der Unternehmer behält sein Lebenswerk und bekommt einen echten Neustart.

Aber auch die Gläubiger profitieren. In den allermeisten Fällen erhalten sie über den Insolvenzplan eine höhere Quote, als wenn das Unternehmen zerschlagen würde – denn ein fortgeführtes Unternehmen ist mehr wert als seine Einzelteile. Der Plan muss das sogar ausdrücklich nachweisen.

Die Gläubiger werden nicht überfahren – sie stimmen mit ab

Ein wichtiger Punkt, der den Insolvenzplan fair macht: Die Gläubiger werden nicht einfach übergangen. Sie haben das Recht, über den Plan abzustimmen – jeder darf Ja oder Nein sagen. Dieses Mitspracherecht ist gesetzlich vorgesehen und lässt sich nicht aushebeln.

Natürlich ist dieses Recht begrenzt: Eine einzelne, kleine Gläubigergruppe kann einen guten Plan nicht im Alleingang blockieren, denn am Ende zählen Mehrheiten. Aber jeder Gläubiger wird gehört, kann seine Bedenken einbringen und an der Entscheidung mitwirken.

Genau diese Beteiligung sorgt dafür, dass ein Insolvenzplan von allen Seiten getragen wird. Er ist kein Diktat, sondern eine gemeinsam beschlossene Lösung – und deshalb dauerhaft belastbar.

Häufige Fehler

Den Insolvenzplan zu spät ins Auge fassen. Wer erst am Ende des Verfahrens über einen Plan nachdenkt, verschenkt Gestaltungsspielraum. Der Wunsch, das Unternehmen zu behalten, sollte den gesamten Weg von Anfang an prägen.

Den Plan als reine Formsache abtun. Der Insolvenzplan ist das Herzstück der Sanierung. Er muss überzeugend nachweisen, dass die Fortführung für die Gläubiger besser ist als eine Zerschlagung – dieser Nachweis entscheidet über den Erfolg.

Die Gläubiger als Gegner sehen. Wer die Gläubiger einbindet und ihnen einen nachvollziehbaren Vorteil bietet, gewinnt ihre Zustimmung. Wer sie überfahren will, riskiert unnötigen Widerstand im Abstimmungstermin.

Häufige Fragen

Wann ist der Insolvenzplan die beste Lösung?
Immer dann, wenn der Unternehmer sein Unternehmen behalten und fortführen will. Für dieses Ziel gibt es keine bessere Alternative: Nur der Insolvenzplan führt das Unternehmen schuldenfrei aus der Insolvenz heraus und lässt es in den bisherigen Händen weiterlaufen.
Warum profitieren auch die Gläubiger vom Insolvenzplan?
Ein fortgeführtes Unternehmen ist mehr wert als seine zerschlagenen Einzelteile. Deshalb erhalten die Gläubiger über den Plan in aller Regel eine höhere Quote als bei einer Zerschlagung – und sie dürfen zudem selbst über den Plan abstimmen.
Können einzelne Gläubiger den Plan verhindern?
Jeder Gläubiger darf mit abstimmen und Ja oder Nein sagen. Eine kleine Minderheit kann einen guten Plan aber nicht im Alleingang blockieren, weil am Ende Mehrheiten in den Gruppen entscheiden. So werden alle gehört, ohne dass Einzelne die Sanierung stoppen können.
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Über den Autor

Jörg Franzke

Jörg Franzke ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Restrukturierung, Eigenverwaltung, Insolvenzpläne und StaRUG-Verfahren.

Seit über 30 Jahren begleitet er Unternehmer in Krisensituationen und hat mehr als 250 Unternehmenssanierungen begleitet.

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