Jörg FranzkeRechtsanwalt
Eigenverwaltung

Werden meine Tankkarten gesperrt?

Tankkarten, beispielsweise von Anbietern wie UTA oder DKV, funktionieren wie Kreditkarten. Sobald diese Unternehmen von der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erfahren, sperren sie die Tankkarten oft sofort. Darauf sollten Sie sich im Vorfeld gut vorbereiten.

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Rubrik
Eigenverwaltung
Lesezeit
5 Min.
Merksatz
Mobilität sichern heißt vorausplanen

Das Hauptproblem bei Tankkarten besteht darin, dass die Kraftstoffkosten nachträglich abgerechnet und bezahlt werden. Dadurch besteht für den Kartenbetreiber ein erhebliches Ausfallrisiko.

Ein typisches Szenario: Die vorläufige Eigenverwaltung wird am 15. eines Monats angeordnet, die Abrechnung durch den Anbieter erfolgt jedoch erst am Monatsende per Einzugsermächtigung. Die Betankungen vor der Eigenverwaltung dürfen aber nicht mehr bezahlt werden. Dies führt oft dazu, dass die Tankkarten fristlos gesperrt werden.

Das Wichtigste in 60 Sekunden
  • Tankkarten werden nachträglich abgerechnet und tragen deshalb ein erhebliches Ausfallrisiko für den Anbieter.
  • Bei geringem Tankbedarf helfen Bargeld, private Auslage oder Prepaid-Tankkarten.
  • Bei höherem Volumen organisieren Sie rechtzeitig einen neuen Anbieter und nutzen die neuen Karten erst nach Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung.
  • Für Speditionen ist das Problem größer, weil über die Tankkarte auch die Maut läuft – hier hilft eine Sicherheit in Höhe eines Abrechnungsintervalls.

Lösung bei geringem Tankbedarf

Geben Sie Mitarbeitern für die Übergangsphase Bargeld mit oder bitten Sie sie, die Tankkosten zunächst privat auszulegen.

Alternativ erwerben Sie Prepaid-Tankkarten, z. B. Aral-Karten, die bis zu 200 € vorab aufgeladen werden können, um das Insolvenzrisiko zu vermeiden.

Lösung bei höherem Tankvolumen

Organisieren Sie rechtzeitig vor Beginn des Insolvenzverfahrens einen neuen Tankkartenanbieter. Wichtig dabei: Nutzen Sie die neuen Tankkarten erst nach Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung (im Beispiel ab dem 15. des Monats). So entstehen dem neuen Anbieter keine insolvenzbedingten Zahlungsausfälle. Die Chance ist dadurch sehr hoch, dass der neue Anbieter die Karten trotz Insolvenz weiterhin freigeschaltet lässt.

Handelt es sich bei dem insolventen Unternehmen um eine Spedition, ist das Tankkarten-Problem noch größer, weil darüber auch die Maut bezahlt wird. Um den neuen Tankkarten-Betreiber abzusichern, bieten Sie ihm an, einen Geldbetrag im Volumen eines Abrechnungsintervalls (z. B. zwei Wochen) als Sicherheit bei ihm zu deponieren.

Häufige Fragen

Warum werden Tankkarten so schnell gesperrt?
Weil der Kraftstoff nachträglich abgerechnet wird. Betankungen vor der Eigenverwaltung werden zu Insolvenzforderungen, die nicht mehr bezahlt werden dürfen – der Anbieter reagiert mit einer Sperrung.
Was gilt speziell für Speditionen?
Über die Tankkarte läuft häufig auch die Maut. Eine hinterlegte Sicherheit in Höhe eines Abrechnungsintervalls gibt dem neuen Anbieter die nötige Sicherheit.
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Über den Autor

Jörg Franzke

Ich bin Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Restrukturierung, Eigenverwaltung, Insolvenzpläne und StaRUG-Verfahren.

Seit über 30 Jahren begleite ich Unternehmer in Krisensituationen und habe mehr als 250 Unternehmenssanierungen begleitet.

Persönliche Beratung. Keine Delegation. Keine Standardlösungen.

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