Jörg FranzkeRechtsanwalt
Eigenverwaltung

Was ist ein Massedarlehen?

Ein Massedarlehen benötigen Sie in kritischen Fällen für die Anschubfinanzierung einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Besteht ein Lieferant etwa auf Vorkasse und das Unternehmen hat kein Geld dafür, hilft das echte Massedarlehen weiter.

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Rubrik
Eigenverwaltung
Lesezeit
6 Min.
Merksatz
Anschubfinanzierung rechtzeitig absichern

Gerade zu Beginn der Eigenverwaltung entsteht häufig ein akuter Liquiditätsbedarf. Beispielsweise muss eine Spedition kurz nach Beginn der Eigenverwaltung Diesel kaufen – doch die Tankkarten wurden gesperrt, der Diesellieferant verlangt plötzlich Vorkasse und die Zahlungseingänge sind aufgrund einer Globalzession bereits an eine Bank abgetreten.

In solch kritischen Situationen ist das Unternehmen auf ein Massedarlehen angewiesen, etwa durch den Unternehmer persönlich oder einen Dritten.

Das Wichtigste in 60 Sekunden
  • Gerade zu Beginn der Eigenverwaltung entsteht häufig ein akuter Liquiditätsbedarf – etwa wenn Tankkarten gesperrt sind und Lieferanten auf Vorkasse bestehen.
  • Ein echtes Massedarlehen wird durch den Unternehmer persönlich oder einen Dritten gewährt.
  • Damit das Darlehen mit Eröffnung des Hauptverfahrens nicht zur einfachen Insolvenzforderung wird, beantragt das Unternehmen eine Einzelermächtigung zur Begründung von Masseverbindlichkeiten.
  • Beim unechten Massedarlehen verzichtet die Bank temporär auf ihre Rechte aus der Globalzession und ermöglicht so die Fortführung.

Wie sichern Sie das Massedarlehen richtig ab?

Ein großes Risiko für den Darlehensgeber besteht darin, dass das Massedarlehen, das er im vorläufigen Insolvenzverfahren gewährt hat, mit Eröffnung des Hauptverfahrens zur normalen Insolvenzforderung wird. Dann dürfte das Unternehmen das Darlehen nicht mehr erstatten – das Massedarlehen wäre verloren.

Um diesen Verlust zu vermeiden, beantragt das Unternehmen beim zuständigen Insolvenzgericht eine sogenannte Einzelermächtigung zur Begründung von Masseverbindlichkeiten. Durch einen Beschluss erklärt das Gericht das Massedarlehen zu einer Masseverbindlichkeit. Es erhält damit einen besonderen Status und geht mit der Eröffnung des Hauptverfahrens nicht mehr unter. So kann es auch im späteren Verlauf oder sogar nach Abschluss des Sanierungsverfahrens rechtmäßig zurückgezahlt werden.

Was bedeutet unechtes Massedarlehen?

Ein unechtes Massedarlehen entsteht, wenn z. B. eine Bank, die eigentlich durch eine Globalzession Anspruch auf die Zahlungseingänge des Unternehmens hat, ausnahmsweise erlaubt, diese Einnahmen vorübergehend für dringende Geschäftsausgaben zu verwenden.

Die Bank verzichtet also temporär auf ihre Rechte und ermöglicht dem Unternehmen, die Geschäfte fortzuführen. Das Unternehmen muss diese Beträge erst zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen, wenn sich der Geschäftsbetrieb wieder stabilisiert und das Geschäftskonto sich aufgefüllt hat.

Häufige Fragen

Wozu dient ein Massedarlehen?
Zur Anschubfinanzierung in kritischen Fällen – etwa wenn Lieferanten auf Vorkasse bestehen und die Zahlungseingänge durch eine Globalzession blockiert sind.
Wie wird das Darlehen vor dem Untergang geschützt?
Durch eine Einzelermächtigung des Gerichts zur Begründung von Masseverbindlichkeiten. Damit bleibt der Rückzahlungsanspruch auch im Hauptverfahren bestehen.
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Über den Autor

Jörg Franzke

Ich bin Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Restrukturierung, Eigenverwaltung, Insolvenzpläne und StaRUG-Verfahren.

Seit über 30 Jahren begleite ich Unternehmer in Krisensituationen und habe mehr als 250 Unternehmenssanierungen begleitet.

Persönliche Beratung. Keine Delegation. Keine Standardlösungen.

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